1000 km Alpenabenteuer im Microlino

Nicolas Kuhn

Zwischen Titan und Volt: 1000 km Alpenabenteuer im Microlino

Es begann mit einer spontanen Entscheidung: ein handgefertigtes Titanrad persönlich in Milano abzuholen. Was ursprünglich wie eine einfache Logistikfahrt klang, wurde zu einem 1000 Kilometer langen MicroAdventure über die spektakulärsten Alpenpässe Europas.

Für das Team von OBST&GEMÜSE war schnell klar: Mit einem gewöhnlichen Auto wäre es einfach nur eine Fahrt gewesen. Mit dem Microlino wurde daraus eine Reise voller Improvisation, Entschleunigung und unvergesslicher Momente.


Ein Roadtrip zwischen Titan und Volt

Die Mission war simpel: Ein individuell gefertigtes De Rosa Titanrad in Italien abholen und zurück nach Basel bringen. Doch schon kurz vor der Abfahrt änderten sich die Pläne komplett. Zeitdruck, spontane Umwege und italienische Gelassenheit machten aus der Reise eine alpine Odyssee.

Der Microlino wurde dabei weit mehr als nur ein Fahrzeug. Er wurde zum Begleiter eines Abenteuers, das irgendwo zwischen Rennrad-Tour, Roadtrip und minimalistischer Expedition lag.

„Er vermittelt genau das Gefühl, das wir auch beim Radfahren suchen: Reduktion auf das Wesentliche.“

Klein aussen, überraschend gross innen

Was sofort überraschte: Trotz seiner kompakten Dimensionen bietet der Microlino erstaunlich viel Platz. Wochenendtaschen, Kameraequipment und sogar das komplette Seasucker-System fanden problemlos Platz.

Besonders beeindruckend war die Fronttüre. Selbst nach über 1000 Kilometern verlor dieser Moment nichts von seiner Faszination. Die grosse Frontscheibe sorgt zudem dafür, dass man während der Fahrt beinahe vergisst, in einem so kompakten Fahrzeug unterwegs zu sein.

Das Cabrio-Dachfenster, die zahlreichen USB-Ladeanschlüsse und das puristische Interieur machten den Microlino dabei zum perfekten Begleiter für entschleunigtes Reisen.

Die Alpen als Härtetest

Die Route führte über einige der berühmtesten Alpenpässe Europas: Grimsel, Furka, Gotthard, Stelvio, Umbrail und Albula. Steigungen von über 12 %, raue Passstrassen, Gravel und nächtliche Ladepausen wurden Teil des Abenteuers.

Besonders eindrücklich blieb die Nacht in Gletsch. Mit nur noch 3 % Akku rollte der Microlino lautlos zurück ins Tal, wo schliesslich eine Steckdose auf einem verlassenen Festivalgelände gefunden wurde. Neun Stunden Laden an einer Haushaltssteckdose, ohne Heizung, mitten in den Alpen.

„Die Alpen verzeihen keinen Leichtsinn.“

Trotzdem bewies der Microlino eindrucksvoll, was in ihm steckt. Selbst der legendäre Stelvio wurde mit beeindruckender Effizienz gemeistert.

Die Rekuperation wurde dabei zum heimlichen Held der Reise: Bergab gewann der Microlino immer wieder wertvolle Prozentpunkte zurück und verwandelte lange Abfahrten in lautlose Gleitmomente.


Improvisation gehört dazu

Geladen wurde überall dort, wo Strom verfügbar war: in kleinen Bars am Comersee, in Industriegebieten, an Hotels oder mitten auf Festivalgeländen.

Die berühmte „Bar Sport“ am Comersee wurde dabei zu einem der ikonischsten Stopps der Reise. Während Pizza und Pasta serviert wurden, zog sich das Ladekabel quer durch die Gaststube bis zur letzten freien Steckdose.

Genau diese Momente machten die Reise besonders. Der Microlino verlangsamte den Rhythmus bewusst und machte die Fahrt selbst zum eigentlichen Erlebnis.

„Es fühlte sich weniger nach Roadtrip an, sondern vielmehr nach einer Rennrad-Tour – nur mit dem Komfort eines schützenden Dachs.“

1000 Kilometer später

Nach exakt 1000,4 Kilometern und über 12'000 Höhenmetern rollte der Microlino schliesslich wieder in Basel ein. Mit nur noch 9 % Restakku – aber mit unzähligen Geschichten im Gepäck.

Für uns bei Microlino zeigt dieses Abenteuer eindrucksvoll, dass Mikromobilität weit mehr kann, als viele erwarten. Der Microlino ist nicht einfach nur ein urbanes Fahrzeug. Er ist ein Statement für entschleunigtes Reisen, intelligente Mobilität und Abenteuerlust.

Er kann Stadt. Er kann Pässe. Und er kann echte Abenteuer.



Die vollständige Passübersicht

Pass

Höhe (m ü. M.)

Steigung

Oberer Hauenstein

734 m

4.8% / 9%

Grimselpass

2164 m

5.9% / 11%

Furkapass

2429 m

6.4% / 11%

Gotthardpass

2106 m

7.1% / 10%

Monte Ceneri

554 m

5.3% / 10%

Stilfser Joch (Stelvio)

2757 m

7.1% / 12%

Umbrailpass

2501 m

8.5% / 12%

Ofenpass

2149 m

6.0% / 10%

Albulapass

2312 m

8.8% / 12%

Gefahrene Distanz: 1000,4 km
Höhenmeter: 12'840 hm